Aktuelle Beiträge

Wie unterscheidet sich das Leben in der DDR zu heute? Inwiefern veränderten sich unsere Freizeit, Urlaub, Hobbys? Mit diesen Fragen setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Regelschule Berga auseinander und erstellten einen Film zum Thema „Jugend in der DDR“. Während der Projektwoche führten die Schüler*innen vor der Kamera Gespräche mit Zeitzeugen, die über ihre Erfahrungen und das Leben in der DDR berichteten. Die Gespräche gaben den Jugendlichen eine Möglichkeit, eine Zeitreise zu erleben und zu erfahren, wie sich das Leben in den 30 Jahren veränderte. Trotz dieser schwierigen Zeiten durch die Corona-Pandemie, leisteten die Schüler*innen prima Arbeit und wir freuen uns, Ihnen das Ergebnis dieser Arbeit auf unserem Medienblog zu präsentieren.

Ein Erklärvideo – eine prima Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge anschaulich und in einfacher Sprache darzustellen. Alles andere als einfach ist aber die Erstellung eines Videos – und dieser Aufgabe stellen sich aktuell Schüler*innen der Staatlichen Regelschule Berga gemeinsam mit der Medienpädagogin Marie-Kristin. Dabei soll es um das Thema „Jugend in der DDR“ gehen. In der aktuellen Projektwoche arbeiten die Jugendlichen mit Hochdruck am Ergebnis – in mittäglichen Discord-Gesprächen finden kurze Feedbackrunden statt. Bild und Ton müssen dann auch noch montiert werden – es ist also noch ein bisschen was zu tun. Wir freuen uns auf das Ergebnis und sind sehr gespannt.

Schüler*innen aus Duderstadt (Niedersachsen) und Dingelstädt (Thüringen) gehen der Frage nach Vorurteilen zwischen Ost- und Westdeutschen nach. Aber wie nähert man sich dem Thema und dem Drehbuch an? Robin und Lisa berichten.

„Am 09.11.2020 fand nach dem Kick-Off Meeting im September die zweite Videokonferenz der Gruppe Orange zum Projekt statt. Nachdem sich alle Teilnehmer aus Dingelstädt und Duderstadt sowie der Medienpädagoge Sebastian im Videochat eingefunden hatten, wurden zunächst einige organisatorische Dinge besprochen, die wichtig für die weitere Projektphase sind. Danach wurde nochmal über die Themenauswahl gesprochen und wie diese am besten präsentiert werden kann. Auf das Thema Vorurteile wurde sich bereits im Voraus geeinigt und mit der Videokonferenz stand nun auch die Erarbeitung eines Hörspiels fest. Somit musste zuerst ein Brainstorming durchgeführt werden, um sich die grundlegende Geschichte auszudenken. Geeinigt wurde sich auf eine Frau aus dem Osten als Hauptfigur, welche nach der Flucht in den Westen einige Probleme hat, eine Stelle zu finden, die ihrer ursprünglichen Qualifikation entspricht. Auf der Suche nach dieser Stelle und ihrer letztendlichen Arbeit, begegnet sie immer wieder den verschiedensten Vorurteilen. Diese Ideen wurden in einem Schema durch Medienpädagoge Sebastian festgehalten, der nächste Schritt wird das Schreiben eines Drehbuchs sein.“

(Lisa Schröter)

Und Robin ergänzt:

„Das erste Treffen fand am 10. November 2020 statt. Zuerst stand die Verkündung des angestrebten Ergebnisses auf dem Plan: die Wahl fiel auf ein Hörspiel. Zunächst bestand eine Schwierigkeit in der Findung einer Story.
Diese Ideen sammelten wir jedoch nach kurzer Zeit zusammen. Nun stand die Grundidee einer Frau, welche von Ost nach West flüchtet und dort mit Vorurteilen zu kämpfen hat, fest. Weitere Vorstellungen zur genauen Handlung
wurden ausgetauscht und gesammelt. Der Arbeitsverlauf und die Zusammenarbeit verliefen relativ zügig und effektiv. Die Einigung auf Inhalte viel zwar zu teilen etwas schwierig, wurde aber gemeistert. Für den weiteren Verlauf planten wir noch ein erneutes Treffen über den Videochat. Außerdem arbeiten wir in einem Dokument zusammen am Drehbuch bis zum
nächsten Treffen weiter, welches dann den Feinschliff bekommt.“

(Robin Aschenbach)

Schüler*innen der Staatlichen Regelschule Berga beschäftigen sich im Rahmen des Projekts mit den Themen Jugendkulturen und Freizeit. In 3 Kleingruppen haben die Schüler*innen nun Zeitzeug*innen befragt und Wege gefunden, die Interviews in Eigenregie und mit ihrer eigenen Technik aufzunehmen. Aktuell verarbeiten die Schüler*innen das Material zu kleinen Videos.

Doch wie haben die Jugendlichen die Zeitzeug*innen gefunden? Zunächst hörten sie sich im eigenen Verwandten- und Bekanntenkreis um. Wer kann etwas sagen zu den Themen – damals und heute? Einige Jugendliche interessierten sich insbesondere für die Themen Vereinsleben & Sport – und interviewten den Vater eines Schülers (Fotos), der auch schon zu DDR-Zeiten im örtlichen Fußballverein aktiv war. Wir freuen uns auf die Ergebnisse!

30 Jahre Wiedervereinigung – dazu sammelten wir unterschiedliche Meinungen an der Gedenkstätte Point Alpha, an der ehemals innerdeutschen Grenze. Zahlreiche Spaziergänger*innen aus nah und fern nutzten ihre Chance und teilten ihre Gedanken. Die Stimmung: ein buntes Allerlei aus Euphorie, Dankbarkeit, bis hin zu Resignation, Frustration und konstruktiver Kritik. Die verschiedenen Stimmen wollen wir nun zu einem gemeinsamen Brief an Deutschland zusammenfassen. Im Video gibt’s den fertigen Brief, kombiniert mit Impressionen der Aktion und Aufnahmen aus dem Museum „Haus auf der Grenze“.

Schüler*innen aus Duderstadt und Dingelstädt begeben sich in den kommenden drei Wochen auf Spurensuche nach Fluchtversuchen und Grenzübertritten von Ost- nach Westdeutschland. Die Jugendlichen möchten sowohl unterschiedliche Fluchtversuche in den Blick nehmen, als auch einen Zeitzeugen interviewen. Aus dem daraus resultierenden Aufzeichnungen und Audioquellen werden die Jugendlichen ein Hörspiel entwickeln, das durch Fotos, Videos und Animationen ergänzt wird. Die Vision – ein Fernsehbeitrag! Wir sind gespannt…

Sie möchten sich über das Thema Flucht & Fluchtversuche aus der DDR weiter informieren? Wir empfehlen die „Chroniken der Mauer“ (https://www.chronik-der-mauer.de/fluchten/) und die Angebote der Gedenkstätten und der Grenzlandmuseen – sie dokumentieren auf eindrucksvolle Weise individuelle Fluchtschicksale und illustrieren das Leben dies- und jenseits der Grenze – im sog. DDR-Sperrgebiet und im westlichen Zonenrandgebiet.

Fotos: Birgit Konrad, Gedenkstätte Point Alpha

Die Medienpädagogin und freie Journalistin Franziska Klemm unterstützt unser Projekt durch einen Podcast und ihre social-media-Kanäle. So entstand eine Meinungsumfrage unter Jugendlichen und Erwachsenen aus den alten und neuen Bundesländern, die wir hier gerne vorstellen. So berichtet Franziska Klemm:

Um zu erfahren, was diesen #einheitsbrei heute noch ausmacht, nutze ich meinen Social Media Kanal bei Instagram: fancyy_francy . Dort poste ich ab und zu was mir wichtig und interessant erscheint und tausche mich mit verschiedensten Leuten weltweit aus. Über meine #story erreiche ich über 1700 Follower aus der ganzen Welt – zumindest einen Querschnitt davon. Weil ich deutsche User erreichen möchte, texte ich verschiedene Umfragen auf deutsch zum Thema #einheit, auf die ich zahlreiche Antworten erhalte. In den Bildern ist ein kleiner Auszug zu sehen – den Menschen scheint es ein echtes Bedürfnis zu sein, über das Thema zu reden. Sogar junge Leute sprechen hier von Vorurteilen – das Schlagwort „Lohnunterschiede“ fällt ganz häufig. Das will ich genauer wissen. Ich schreibe einzelne Menschen auf Instagram an, um sie via Sprachnachricht, per Skype oder Zoom online zu ihren Gedanken zu interviewen. Mal schauen, was den #einheitsbrei heute noch ausmacht – welche Gedanken, Probleme und tollen Entwicklungen in ihm stecken. Es bleibt spannend – und das Ergebnis ist bald als Podcast zu hören.

Franziska Klemm, Medienpädagogin und freie Journalistin

Seit heute befinden sich die Schüler*innen des Eichsfeld-Gymnasiums Duderstadt und des St. Josef-Gymasiums Dingelstadt in der spannenden, 3-wöchigen Arbeitsphase an ihren Themen und Formaten. In Kleingruppen trafen sich die Schüler*innen aus Thüringen und Niedersachsen heute mit den Medienpädagog*innen und entwickelten einen Aktionsplan für die nächsten drei Wochen – wer macht was, welches Ergebnis steht am Ende der Arbeitsphase und wie kommunizieren wir weiter? Diese Fragen standen u. a. im Mittelpunkt der Besprechungen. Erklärvideos, Podcasts und Hörspiele – die Formate sind anspruchsvoll. In den nächsten drei Wochen werden die Jugendlichen im Unterricht und darüber hinaus an den Projekten weiter arbeiten – unterstützt und beraten durch die Lehrer*innen und die Medienpädagog*innen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Dezember auf diesem Blog veröffentlicht – toi toi toi.

 

Wir freuen uns über den Beitrag von Ben Thustek, Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt, der mit seinen Schüler*innen am Projekt teilnimmt und dem Projekt u.a. mit Hinweisen zur digitalen politischen Bildung wichtige Impulse gibt:

30 Jahre Deutsche Einheit – Ein Online Projekt mit der Deutschen Gesellschaft e. V.

Vor genau zwanzig Jahren haben mehrere Gymnasien in der Region Eichsfeld gemeinsam eine CD-ROM erstellt, die „10 Jahre Deutsche Einheit“ hieß und in hoher Auflage produziert wurde.  Darin wurden viele Details zum Thema Mauerbau, Entwicklung der Grenze und Mauerfall zusammengetragen. Aber auch besonders die Deutsche Einheit berührte die vielen Schülerinnen und Schüler, hatten sie doch den Mauerfall und die Deutsche Einheit selbst hautnah als junge Schüler am ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen hüben wie drüben mit allen Höhen und Tiefen miterlebt, denn besonders in der katholischen Enklave Eichsfeld in Nord-Thüringen und Süd-Niedersachsen hatte die Grenze ziemlich geschmerzt, war doch eine historisch gewachsene Landschaft zerschnitten worden. Heute ist die CD-ROM so gut wie nicht mehr abspielbar. Kaum noch einer hat ein CD-Laufwerk im Rechner. Der Autor zumindest nicht, nur noch zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse.

Zwanzig Jahre später lässt das Thema die Schulen in der Region Eichsfeld aber trotzdem nicht los, denn mittlerweile sind es die Kinder der Generation Einheit, die die Schulbank drücken und die Zeit vor 30 Jahren nur aus dem Geschichtsbuch und aus den lebendigen Erzählungen der Eltern und Großeltern kennen. Die Grenze wird teilweise immer noch als Wunde empfunden, wenn auch die Grenzen eher im Kopf stattfinden.

2020 hat sich Einiges geändert. Die Zeit von vor 20 oder 30 Jahren ist kaum mit der heutigen Zeit im Hinblick auf gesellschaftliche Veränderungen zu vergleichen. Das betrifft auch die Schulen. Mittlerweile hat man auch im Eichsfeld digital mächtig aufgeholt. Unterricht findet über Zoom oder Teams statt, man verwendet Padlets, schneidet Podcasts oder schreibt Blogs zu verschiedenen Unterrichtsthemen.

Das Projekt zu „30 Jahre Deutsche Einheit“ mit der Deutschen Gesellschaft in Berlin unter der Leitung von Sebastian Rösner und dem Gymnasium Dingelstädt mit Lehrerin Franziska Herz ist u.a. coronabedingt ein rein virtuelles und digitales Projekt ohne direkten Kontakt, was die pädagogsche Arbeit nicht immer einfach macht. Hier kann man sozusagen live erleben, wie man heute Projekte zu 100 Prozent in ein digitales Format verschiebt. Dabei verschwimmen die sonst so klaren Rollenverteilungen. Wer ist dabei Lehrer oder Schüler, wer gibt vor, was geht, wer entwickelt, wer konsumiert oder lernt? Welche Formate sind gangbar und gut nutzbar, welche nicht?

Die Klasse 11a des Eichsfeld Gymnasiums in Duderstadt, die auch gleichzeitig Tablet-Klasse ist, erarbeitet zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums in Dingelstädt und externen Medienpädagogen ein digitales Produkt zum Themenbereich „30 Jahre Deutsche Einheit“. In einem Projektblog kann man die Forschritte und Ergebnisse verfolgen: https://begegnungen-deutsche-einheit.de/projektblog/  Sebastian Rösner leitet bei der Deutschen Gesellschaft e.V. den Bereich EU und Europa und koordiniert das Projekt, an dem mehrere Schulen im gesamten Bundesgebiet beteiligt sind. Siehe auch: https://www.deutsche-gesellschaft-ev.de/ In den nächsten Wochen werden die Produkte in Gruppenarbeit von den Schülerinnen und Schülern erstellt. Dabei erkennt man, dass alt hergebrachte Projektarbeit, bspw. an einem historischen Ort, das digitale Arbeiten (noch) nicht ersetzt. Auch die nicht vorhandene gemeinsame Arbeit „face to face“ mit den Projektpartnern macht das Projekt nicht unbedingt einfacher, aber trotzdem ziemlich spannend und interessant, denn die Formate, die man vorher selbstverständlich genutzt hat, können nicht so einfach zu einhundert Prozent verwendet werden. Und auch die Corona-Zeit darf dabei nicht unterschätzt werden, denn die Schülerinnen und Schüler sind schon ein wenig gestresst, wenn man nicht genau weiß, welches Unterrichts-Szenario irgendwann ansteht. Wird es dann ein Unterricht, der nur zum Teil zu Hause stattfindet, oder geht man wieder komplett ins Home-Schooling? Der Teil-Lockdown tut ein Übriges. Liebgewonnene Routinen gibt es also nicht mehr, neue digitale Formate werden ausprobiert und evaluiert. Ein Beispiel: Wenn auch die Schülerinnen und Schüler am EGD allgemeinhin mit Microsoft-Teams kommunizieren, machen sie es in diesem Projekt eben mit Zoom oder in einem anderen Projekt mit Webex, man bleibt flexibel. An einem Tag konferiert man mit Projektpartnern zur Berufs- und Studienwahlorientierung aus Karlsruhe, am anderen eben mit Partnern aus Berlin oder Erfurt. Auch hier bleibt man flexibel.

Man sieht also, dass das Projekt „30 Jahre Deutsche Einheit“ in vielerlei Hinsicht neues Terrain betritt und auch mit einigen neuen Aspekten und Entwicklungsparametern behaftet ist. Wir sind sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickelt!

Ben Thustek, Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt

Schüler*innen der Staatlichen Regelschule Berga trafen sich erneut auf der Plattform Discord mit der Medienpädagogin Franziska. Dabei einigte sich die Gruppe auf ein Thema und Medienformat, an denen die Jugendlichen in den kommenden Wochen arbeiten möchten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Themen Jugendkultur, politisches Engagement und Freizeit – 1990 und heute. Dazu recherchieren die Schüler*innen aktuell in Kleingruppen und suchen nach möglichen Zeitzeug*innen und anderen Interviewpartner*innen. Das können Eltern, Nachbarn oder auch Mitglieder aus Vereinen oder Initiativen ihrer Heimatstadt sein. Daraus sollen drei kleine Videos entstehen. Auf diese Videos wollen die Schüler*innen anschließend reagieren und die Inhalte mit ihrem Alltag heute in Bezug setzen. In welcher Form das genau geschieht, besprechen sie beim nächsten Treffen. Wir sind gespannt und freuen uns auf den weiteren Prozess.