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Alle Aufnahmen der drei Gruppen sind im Kasten. Nun beginnt der Schnitt. Präsentation ist morgen um 15 Uhr!

Heinz Roeske mit seinem Format „Heinz unterwegs“ war zu Gast bei unserem Projekt und hat einen Bericht produziert.

Es ist wichtig über unsere Geschichte Bescheid zu wissen und sie zu verstehen.
Max, 15, aus Eißenbühl

Unser Gruppenthema war „Flucht“ und wir haben uns an einer wahren Geschichte orientiert. Ich spielte im Film den DDR Flüchtling, dadurch habe ich mich gut in dieses schwierige Thema hineinversetzen können.
Paul, 16, aus Hof

Das Thema Grenze ist für das Verständnis unserer deutschen Geschichte wichtig. Mit einem eigenen Film kann man die geschichtlichen Ereignisse für Jugendliche interessant und spannend darstellen.
Maximilian, 14, aus Liebengrün

Bei den teilnehmenden Jugendlichen gab es trotz unterschiedlicher regionaler Herkunft keine Berührungsängste und man hat sofort gemerkt, dass sie alle ihre eigene Sozialisation zum Thema haben. Gerade der medienbezogene Zugang zur Geschichte und das „Selbermachen“ bieten ideale Voraussetzungen, um auch mit vermeintlich schwierigen oder trockenen Themen umzugehen.
Susan Burger, Museumspädagogin, Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Mir ist es wichtig, sich in die Situation unserer früheren Generation, hineinzuversetzen, um die Emotionen und Gefühle genauer zu verstehen.
Luis, 15, aus Bad Lobenstein

Mir hat dieses Projekt ganz deutlich gezeigt wie gut unser Leben heute eigentlich ist und wie sehr wir Sicherheit und Ruhe als selbstverständlich ansehen. Es hat mich auch zum Nachdenken über heutige politische Themen gebracht.
Jana, 14, aus Bad Lobenstein

Mich beeindruckt zu sehen, mit welcher Empathie und Kreativität Jugendliche auf Spurensuche nach dem Alltagsleben im Grenzgebiet gehen. Das Medium Film ermöglicht hierfür unterschiedliche Zugänge und Perspektiven. Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Fragen an die Geschichte ihrer Familien und ihrer Herkunftsorte stellen und dazu beizutragen, die Geschichte der deutschen Teilung besser zu verstehen.
Sebastian Rösner, Projektleiter, Deutsche Gesellschaft e. V.

Nur noch wenige Tage bis das Projekt in Point Alpha startet. Vom 24.6. bis 28.6. werden dort Jugendliche aus Thüringen und Hessen ihre eigenen Beiträge zum Thema „Grenze“ drehen.

Dabei werden sie unter anderem auf dem Gelände des ehemaligen US-Camps auf Spurensuche gehen, ihre Erfahrungen und Entdeckungen in Filmprojekten festhalten sowie den Alltag im Grenzgebiet möglichst authentisch darstellen. Wie immer werden die aktuellen Entwicklungen hier im Blog festgehalten und die Ergebnisse präsentiert. Wir freuen uns auf eine spannende Woche!

 

Beobachtungsturm in Point Alpha

Voller Energie und Tatendrang kamen heute die beiden Schulklassen aus Kaltensundheim/Thüringen und Bad Hersfeld/Hessen im Schloss Geisa zusammen. Hier hat die Point Alpha Stiftung ihren Sitz. Bevor es mit der inhaltlichen Arbeit zum Thema „Alltag im Sperrgebiet“ sowie den konkreten Projekten losgehen kann, galt es erst einmal, sich richtig kennenzulernen.

Nur wenige hundert Meter entfernt des Hauses auf der Grenze, ebenfalls unmittelbar an der ehemaligen Grenze gelegen, befindet sich das ehemalige Camp des 11. Armored Cavalry Regiment (ACR), des Regiments „Blackhorse“, dessen Beobachtungsturm, Barracken sowie Fahrzeughalle noch extrem gut erhalten sind und das nun als Museumsstätte dient. In der Fahrzeughalle wird jährlich der Point Alpha Preis vergeben, den letzte Woche erst Jean-Claude Juncker überreicht bekam. Der Beobachtungsstützpunkt, namentlich „Observation Post Alpha“, ist zudem Namensgeber der Gedenkstätte. Hier ist beeindruckend zu sehen, wie nah und direkt sich die verfeindeten Truppen von NATO und Warschauer Pakt überall im Grenzgebiet gegenüberstanden. In der Barracke, in der sich damals die Kantine der US-Soldaten befand, ist auch heute noch eine Kantine, in der wir gemeinsam zur Stärkung Kaffee und Kuchen genießen durften.

Nach dem Mittagessen ging es für die Schülerinnen und Schüler aus Hessen und Thüringen zur Gedenkstätte Point Alpha. Auf dem Programmpunkt stand die Besichtigung des Hauses auf der Grenze.

Drei Sprachen. Ein Wort. Frieden.
Schon von Weitem erkennt man die Gedenkstätte Point Alpha.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Einblick in die Geschichte der ehemaligen Grenze mit deren Funktion und Aufbauweise. Durch mediale Stationen, z. B. Filme über die Grenzanlage, aber auch mithilfe von Zeitzeugenaussagen konnten wir einen genaueren Einblick in die Zustände zu Zeiten des geteilten Deutschlands erhalten. Zudem stellten die Schülerinnen und Schüler viele Fragen und zeigten großes Interesse an der Führung.

Die Gedenkstätte Point Alpha verbindet die Geschichte der Grenze mit der Natur in der Rhön. Deshalb befindet sich im Haus auf der Grenze auch eine Ausstellung zum Thema „Natur in der Rhön“.

Entlang des Kolonnenweges konnten die Schülerinnen und Schüler Teile der alten Grenzanlage betrachten.

Der Grenzstein mit der Aufschrift SW geht noch auf Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. SW steht dabei für das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Rückseite zeigt wiederum das Kürzel KH (Kurfürstentum Hessen).

Im Rahmen einer Grenzwanderung sammeln die Schülerinnen und Schüler gerade erste Erfahrungen mit den technischen Geräten im Feld. Dabei werden Aufnahmen der historischen Orte, aber auch von möglichen Drehsituationen getestet. Der Naturführer bei dieser Wanderung ist ein ehemaliger Grenzsoldat der DDR, der uns einen vertieften Einblick in den Alltag eines Grenzbeamten östlich der Grenze sowie in die ungemein artenreiche Natur im gesamten Sperrgebiet geben kann.

Nach dieser mehrstündigen Wanderung bei hohen Temparaturen werden wir gleich im US-Camp für ein kleines Mittagessen einkehren. Danach geht es weiter mit Workshops im Haus an der Grenze, damit die Ideen für die Filmprojekte so langsam aber sicher Gestalt annehmen.

Beschäftigung mit Zeitzeugen in der Gedenkstätte

Die Geschichte der DDR ist auch eine Geschichte von Menschen, die tiefgreifende und erschütternde Schicksale erfahren mussten. Das Grenzgebiet rund um Point Alpha liefert unzählige solcher Schicksale, die am besten von Zeitzeugen erzählt werden können. Diese sollen einen essentiellen Teil der Filmprojekte einnehmen. Am Nachmittag steht deshalb die Auseinandersetzung mit den Zeitzeugen im Vordergrund. Gestern haben wir bereits drei Gruppen gebildet, die jeweils ein eigenständiges Filmprojekt produzieren werden. In den einzelnen Gruppen haben die Jugendlichen heute die Möglichkeit sich mit den jeweiligen Schicksalen der Bewohner des Grenzgebietes zu beschäftigen.

Durch die unterschiedlichen Biografien werden die Themen Flucht und Umsiedlung in der damaligen Zeit verdeutlicht. Die Arbeit hilft dabei, sich in das Thema einzufinden und Inspirationen für die weitere Arbeit zu finden.

Jede Gruppe untersucht eine Biografie im Genaueren. Mit Hilfe der Informationen in der Gedenkstätte können die Schüler Informationen sammeln.

Zum Abschluss des Workshops steht die Präsentation der Ergebnisse an. In einem Sitzkreis stellt jede Gruppe ihre Ergebnisse vor. Es können Fragen gestellt werden.

Die Drehkonzepte stehen und die Drehorte sowie die Interviewpartner wurden ausgewählt. Erste Voraussetzungen für die Produktion wurden geschaffen. Morgen früh werden die drei Gruppen erstmals Zeitzeugengespräche eigenständig führen und mit der Kamera aufzeichnen. Damit auch alles glatt läuft, zählte für die Schülerinnen und Schüler heute nur eins: Üben, Üben, Üben. Interviewer/in, Kamerafrau oder -mann, Tontechniker/in, usw.: Alles wurde bis ins kleinste Detail erprobt und simuliert, sogar bis in die Abendstunden hinein. Morgen kann also nichts schiefgehen.